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FAQ – 10 Fragen zur Zentralregulierung

1) Was ist Zentralregulierung?

Bei der Zentralregulierung handelt es sich um ein Abrechnungssystem für offene Forderungen im B2B-Geschäft. Beteiligt sind eine Einkaufsgemeinschaft, ihre Mitglieder und die Lieferanten. Der Zentralregulierer übernimmt als zwischengeschaltete Stelle gebündelt die Zahlungsabwicklung, nachdem die Mitglieder unmittelbar bei den Lieferanten bestellt haben. 

2) Wie funktioniert die Zentralregulierung?

Der Zentralregulierer kümmert sich um die Zahlungsabwicklung aller Bestellungen, die Mitglieder einer Einkaufsgemeinschaft bei Lieferanten vornehmen. Die Zentralregulierung bezahlt bei Skontofälligkeit sämtliche Förderungen ihrer Mitglieder: Die Überweisung erfolgt gesammelt. Zugleich stellt sie gegenüber ihren Mitgliedern Sammelrechnungen für alle Warengeschäften bei sämtlichen Lieferanten aus

3) Welche Formen der Zentralregulierung gibt es?

Bei der Zentralregulierung als spezielle Form der Finanzdienstleistung haben sich Modelle mit und ohne Delkredere etabliert. Bei Verträgen mit Delkredere übernimmt der Zentralregulierer das Risiko von Zahlungsausfällen. Andernfalls beschränkt sich das zentralregulierte Warengeschäft auf ein zentralisiertes Abrechnungssystem und die Leistung der Zahlungsabwicklung.

4) Was bedeutet Delkrederehaftung?

Der Zentralregulierer haftet für den Fall eines Forderungsausfalls. Er begleicht Rechnungen der Lieferanten, auch wenn Mitglieder zahlungsunfähig sind. Diese Modelle mit Delkredere bieten dem Lieferanten eine Zahlungsgarantie. Zugleich profitieren die Mitglieder, weil die Übernahme des Ausfallrisikos als Sicherheit dient. Sie erhalten auch bei schlechter Bonität Waren, ohne in Vorkasse gehen zu müssen.

5) Was sind die Vorteile der Zentralregulierung?

Dieses Zahlungs- und Abrechnungssystem geht mit Effizienzgewinnen einher. Der Aufwand für die Buchhaltung verringert sich beträchtlich, die Skalierbarkeit verbessert sich. Zugleich verhandelt eine Einkaufsgemeinschaft gegenüber Lieferanten erfolgreicher als einzelne Unternehmen: Diegebündelten Umsätze gewährleisten bessere Konditionen. Wenn die Zentralregulierung die Übernahme des Delkredere umfasst, steigt zudem die Chance auf Lieferungen mit späterer Bezahlung.

6) Wie wirkt sich die Zentralregulierung betriebswirtschaftlich aus?

Die Beteiligung an einer Einkaufsgemeinschaft führt zu besseren Einkaufskonditionen: Mitglieder erhöhen ihre Wirtschaftlichkeit. Eine Zwischenfinanzierung kann zusätzlich die Liquidität verbessern: Hier kommt es darauf an, wie diese Finanzdienstleistung der Zentralregulierung konkret ausgestaltet ist. Die zentralisierte Zahlungsabwicklung und das Abrechnungssystem minimieren darüber hinaus den organisatorischen Aufwand: Mitglieder benötigen weniger Personal.

7) Für wen eignet sich die Zentralregulierung?

Wenn ein Unternehmen Teil einer Einkaufsgemeinschaft, ist die Beteiligung an der Zentralregulierung meist obligatorisch. Für eine Einkaufsgemeinschaft spricht die geballte Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten: Mitglieder sichern sich attraktive Einkaufskonditionen. Die Vorteile der effizienten Zahlungsabwicklung und eine Finanzdienstleistung wie die Übernahme des Delkredere kommen als Pluspunkte hinzu.

8) Welche Vertragspartner nehmen an der Zentralregulierung teil?

Bei der Zentralregulierung liegt ein Dreiecksverhältnis vor: Dieses besteht aus der Einkaufsgemeinschaft, deren Mitgliedern und den Lieferanten. Lagert die Einkaufsgemeinschaft die Zentralregulierung aus, ist zusätzlich ein externer Dienstleister beteiligt. Zwischen diesen Akteuren bestehen verschiedene Vertragsbeziehungen wie Mitglieds-, Kauf- und Zentralregulierungsvertrag.

9) Was ist der Unterschied zu Finanzdienstleistungen wie Factoring?

Die Art der Zahlungsabwicklung und -abrechnung unterscheidet sich in mehreren Punkten von anderen Serviceleistungen wie dem Forderungsverkauf. Beim Factoring übernimmt zum Beispiel ein Dienstleister die Forderungen eines Gläubigers, dieser Forderungsübertrag erfolgt bei der Zentralregulierung als spezialisierte Finanzdienstleistung nicht.

10) Wer bietet die Zentralregulierung an?

Die Einkaufsgemeinschaft kann die Zahlungsabwicklung, das Abrechnungssystem und die Übernahme des Delkredere eigenständig organisieren. In den meisten Fällen lagern diese Verbände die Zentralregulierung aber an Unternehmen im Bereich Finanzdienstleistung aus. Typische Anbieter sind Banken, die sich auf Geschäftskunden spezialisiert haben.

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